09. November 2011

Nicht länger zuschauen, endlich handeln!


Anja Kofbinger, frauenpolitische Sprecherin, erklärt anlässlich der Vorstellung der Studie des Bundesfamilienministeriums zu Zwangsehen:

Die heute vorgestellte Studie des Bundesfamilienministeriums zu Zwangsehen gibt auch für Berlin eine klare Handlungsanweisung vor. Es muss mehr getan werden zur Vermeidung von Zwangsverheiratungen. Die aus der Studie hervorgehenden Zahlen sind erschreckend. Von den bundesweit erfasst dreieinhalbtausend Fällen von Zwangsverheiratung ereignet sich ca. jeder zehnte Fall in Berlin.

Seit Jahren fordern wir, sicher zu stellen, dass von Zwangsheirat betroffene junge Frauen unter und über 18 Jahren schnelle und unbürokratische Beratung, Begleitung und Unterbringung durch die Berliner Behörden erhalten, insbesondere durch die Berliner Jugendämter. Dazu soll eine Beauftragte in jedem Sozialraum benannt und weitergebildet werden.

Dringend gebraucht wird auch, eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Hilfe betroffener Frauen und Mädchen zu initiieren. Dazu soll eine Kampagne gestartet werden, in Zusammenarbeit mit MigrantInnenorganisationen, Berliner Initiativen und Organisationen, die in diesem Gebiet tätig sind.

Einen gleichlautenden Antrag werden wir in der Plenarsitzung am 24. November, einen Tag vor dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, einbringen.

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