Pressemitteilung: Nicht auf wirkungsvolles Gender Mainstreaming verzichten

11.03.2010

Anja Kofbinger, frauenpolitische Sprecherin, sagt mit Blick auf die heutige Plenarsitzung:

In der heutigen Plenarsitzung werden zwei ursprünglich grüne Anträge zur Umsetzung von Gender Maistreaming bei der Datenerhebung und in der Verwaltung behandelt. Diesen Anträgen, die nun als Änderungsanträge der Koalition vorliegen, wird die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus nicht zustimmen.

Bei unseren Anträgen handelte es sich um Verbesserungsvorschläge. Die Änderungsanträge hingegen verwässern das ursprüngliche Ziel. Die Koalition unternimmt alles, um Gender Mainstreaming in der Verwaltung zu behindern. Deshalb haben sie unsere Anträge auch von konkreten Forderungen in Prüfaufträge umgewandelt, die nicht einmal einen Berichtszeitraum aufweisen. Das bedeutet eine Verschiebung auf den St. Nimmerleinstag.

Wie fatal fehlende Daten in diesem Bereich sind, konnten wir bei der Debatte um Jungen als Bildungsverlierer beobachten. Weil zum damaligen Zeitpunkt nur wenige Datensätze einbezogen wurden, kam man schnell zu dem Schluss, dass die große Zahl von Lehrerinnen Schuld an der Misere sei. Nach einer umfangreicheren und präzisierenden Untersuchung stellte sich heraus, dass das grober Unfug ist.

Die Verwaltung muss für Gender Mainstreaming geschult sein. Deshalb ist es falsch, einen nochmaligen Prüfauftrag an den Senat herauszugeben. Verpflichtende Schulungen sind dringend geboten. Da die Koalition aber keine Einsicht in die Notwendigkeit zeigt, werden Männer und Frauen in dieser Stadt weiterhin auf mehr Chancengleichheit verzichten müssen.

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