Pressemitteilung: Frauen verdienen mehr als ein paar Blumen

07.03.2010

Anja Kofbinger, frauenpolitische Sprecherin, sagt zum Internationalen Frauentag am 8. März:

Frauen sind in unserer Gesellschaft in allen sozialen Schichten benachteiligt. Sie sind besonders von Dumpinglöhnen, Minijobs und Armut betroffen. Der rot-rote Senat muss hier endlich aktiv werden und sich dieses Problems intensiver annehmen. Wie wir im neuesten Genderdatenreport nachlesen konnten, sind Frauen in Berlin zwar zunehmend ökonomisch selbstständig, aber im Durchschnitt mit weit geringerem Einkommen als ihre männlichen Kollegen.

Sie tragen als Alleinerziehende ein hohes Armutsrisiko und sind als Rentnerinnen weitaus häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Wir erwarten, dass der Senat hier endlich regulierend eingreift und es nicht nur beim Beschreiben der traurigen Fakten belässt. Schwarz-Gelb blendet auf der Bundesebene Frauenarmut aus, rot-rot macht es in Berlin nicht besser.

Auch die geringeren Aufstiegschancen von Frauen werden vom Berliner Senat auch noch unterstützt, indem er Frauen kontinuierlich nicht für Führungspositionen benennt. In den zurückliegenden zwei Jahren wurden nur Männer für Vorstandspositionen in landeseigenen Betrieben eingestellt. Dass man damit gegen geltendes Recht verstieß,  war Senator Wolf und dem Regierenden Bürgermeister Wowereit egal. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus fordert den Senat auf, endlich dafür zu sorgen, dass Frauen in Führungspositionen angemessen – nämlich zur Hälfte – vertreten sind.

Der Genderdatenreport 2009 ist wahrlich kein Ruhmesblatt für den Senat, macht er doch das Versagen nach gut acht Jahren rot-roten Regierens deutlich. Wir können es uns nicht länger leisten, Bildungsinvestitionen zu vergeuden, auf kreative Potenziale zu verzichten und die Chancen auf eine neue Dynamik im Arbeitsmarkt zu verschlafen. Die Frauen Berlins haben mehr verdient als ein paar Blumen. Klaus Wowereit und die SPD haben den Internationalen Frauentag und den Muttertag offensichtlich verwechselt.

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