Erster Berliner Gender Datenreport veröffentlicht

22.02.2010

Letzte Woche veröffentlichte der Senat erstmals einen "Gender Datenreport" für Berlin. Zusammengestellt hat die Daten die Verwaltung unter Senator Harald Wolf (Die Linke), zuständig für Wirtschaft, Technologie und Frauen, der den Bericht zusammen mit Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, präsentierte. Der Bericht beschreibt unter der Geschlechterperspektive den aktuellen Stand in den Bereichen Bildung, Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit, Erwerbsleben, Einkommen und politische Partizipation.
Die Zahlen bestätigen leider die von vielen seit langem gefühlten Defizite bei der Gleichberechtigung der Geschlechter, selbst in der Hauptstadt. Ein wichtiges Ergebnis ist, daß sich die im Schnitt bessere Ausbildung der Berlinerinnen gegenüber der männlichen Konkurrenz monetär keineswegs auszahlt und sie weiterhin in Führungspositionen stark unterrepräsentiert sind.
Dies sind keineswegs Neuigkeiten. Zu ähnlichen Ergebnissen kam ein bereits 2006 veröffentlichter Bericht des Senats zur Situation der Berliner Frauen, der jedoch noch nicht mit empirischen Daten unterfüttert werden konnte.
Senator Harald Wolf betont nun die Wichtigkeit der teilweise alarmierenden Ergebnisse des "Gender Datenreports 2009" für die künftige Ausrichtung seiner Arbeit. Wir sind gespannt - denn bisher hat Herr Wolf seine Aufgabe als "Frauensenator" eher zweifelhaft erfüllt. Mehrfach ließ er grandios Chancen verstreichen, Führungspositionen in landeseigenen Betrieben, die einen wichtigen Vorbildcharakter z.B. für die Berliner Privatwirtschaft haben, mit Frauen zu besetzen. Im Gegenteil, er hat sie sogar durch intransparente Besetzungsverfahren regelrecht verhindert. Bis Herbst 2011 hat er noch Zeit, seiner Verantwortung endlich gerecht zu werden.

» Download "Gender Datenreport 2009"

Das sagt die Presse:

» "Besser gebildet, schlechter bezahlt" (Tagesspiegel | 18.02.2010)
» "Frauen werden immer gebildeter" (Neues Deutschland | 18.02.2010)


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